Das Demokratiefrühstück wurde durch die Sebastian-Cobler-Stiftung sowie den Elisabeth-Seibert-Fonds gefördert.
Rund 70 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, mit Mitgliedern des Stadtrats, des Ortsbeirats, des Ausländerbeirats sowie des Beirats für Inklusion und Barrierefreiheit ins Ge-spräch zu kommen. In entspannter und ungezwungener Atmosphäre bot die Veranstaltung die Möglichkeit, kommunalpolitische Themen direkt anzusprechen, Fragen zu stellen und Anre-gungen für die weitere Entwicklung der Stadt einzubringen.
An mehreren Tischen und in kleinen Gesprächsgruppen diskutierten die Teilnehmenden über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsfragen der Kommune. Im Mittelpunkt standen dabei sowohl allgemeine Fragen zur demokratischen Mitwirkung als auch konkrete lokale Themen. Bürgerinnen und Bürger tauschten sich mit den Kommunalpolitikerinnen und -politikern über unterschiedliche Beteiligungsmöglichkeiten, die Umsetzung persönlicher Anliegen vor Ort sowie über aktuelle Projekte aus. Dabei wurde unter anderem der Ausbau von Radwegen, die Verlegung von Glasfaserkabeln, der Hessentag sowie Investitionen in das Tournesol-Bad the-matisiert.
Die anwesenden Mandatsträgerinnen und Mandatsträger nutzten die Gelegenheit, um über laufende Projekte zu informieren, Hintergründe politischer Entscheidungen zu erläutern und Anliegen aus der Bürgerschaft aufzunehmen. Viele Gespräche entwickelten sich zu einem offenen und konstruktiven Austausch. Dabei wurden unterschiedliche Perspektiven, teilweise auch kontroverse Meinungen, sichtbar. Gleichzeitig zeigte sich bei vielen Themen die Bereit-schaft, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und Verständnis für verschiedene Sichtweisen zu entwickeln.
Besonders positiv wurde von den Teilnehmenden die lockere Atmosphäre hervorgehoben. An-ders als bei formellen Sitzungen oder öffentlichen Anhörungen konnten Gespräche in einem persönlichen Rahmen geführt werden. Bei Kaffee, Brezeln, Tee und Kaltgetränken entstanden zahlreiche Begegnungen, die den direkten Dialog zwischen Politik und Bürgerschaft erleichter-ten. Für Kinder standen zudem kreative Bastelangebote zur Verfügung, sodass auch Familien die Veranstaltung unkompliziert besuchen konnten.
Das Demokratiefrühstück machte deutlich, wie wichtig niedrigschwellige Beteiligungsformate für eine lebendige Demokratie auf kommunaler Ebene sind. Der persönliche Austausch ermög-licht es, lokale Anliegen aufzugreifen, unterschiedliche Meinungen zur Sprache zu bringen und das gegenseitige Verständnis zu stärken. Gleichzeitig bietet er die Chance, politische Ent-scheidungsprozesse transparenter zu machen und Bürgerinnen und Bürger stärker in kommu-nale Entwicklungen einzubeziehen.
Sowohl die Besucherinnen und Besucher als auch die beteiligten Kommunalpolitikerinnen und -politiker äußerten den Wunsch, ähnliche Dialogformate künftig regelmäßig anzubieten, um den Austausch zwischen Bürgerschaft und Politik weiter zu fördern.
Die Veranstaltung reiht sich in eine Reihe von Aktivitäten ein, die das Netzwerk „Idstein bleibt bunt“ im Jahr 2026 zur Förderung demokratischer Beteiligung organisiert hat. Bereits im Feb-ruar fand ein Bürgerdialog mit den Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl statt. Es folgte der „Tag der Demokratie“ am 10. Juni, an der auch Schülerinnen und Schüler der Limesschule und des Pestalozzi-Gymnasium mit einbezogen wurden.
Der 10. Juni besitzt für Idstein eine besondere historische Bedeutung: An diesem Tag versam-melten sich im Jahr 1849 rund 300 demokratisch gesinnte Vertreter aus den nassauischen Gemeinden in Idstein, um die Forderungen der Revolution von 1848 gegenüber dem Herzog erneut zu bekräftigen. Zu den führenden Persönlichkeiten dieser Bewegung gehörte der Idstei-ner Gustav Justi, der später wegen Hochverrats angeklagt wurde.
Mit dem Demokratiefrühstück wurde diese Idsteiner Tradition des Einsatzes für die Demokra-tie und des demokratischen Dialogs auf zeitgemäße Weise fortgeführt. Die Veranstaltung leis-tete einen wichtigen Beitrag dazu, neue Formen der Bürgerbeteiligung zu erproben, über kom-munalpolitische Themen zu informieren und den demokratischen Austausch vor Ort zu stär-ken.
Christoph Burgdorf – Idstein bleibt bunt








